• robertmuellner

Informationsfluss steuern durch Algorithmen?

Das Internet verschafft uns Zugang zu Informationen in noch nie dagewesenen Umfang. Doch die Bereitstellung geschieht im digitalen Zeitalter nach anderen Regeln. In diesem Artikel findest Du heraus, wie wir beeinflusst werden und was wir dagegen tun können. Blogartikel Nr. 3 zu evaluation digital information aus der Blogreihe 23ThingsMCI.

Zugang zu allen Informationen der Welt mit nur einem Klick – das Internet, eigentlich eine wunderbare Erfindung. Doch private Personen und Institutionen nehmen bereits seit längerem Einfluss auf den Fluss der Infos. Zum einen werden Informationen bereitgestellt, sei es auf Nachrichten-, Social Media Kanälen wie Facebook* und Instagram*, beim Fernsehen auf Netflix* oder auf YouTube* & Co. Zum anderen sucht man selbst danach – Googlen, nennt man diese Informationssuche heutzutage. Doch welche Informationen einem bereitgestellt werden obliegt nicht dem Zufall und ist längst nicht mehr in der Hand von Journalisten, sondern in der von Algorithmen und Codes.


"It will be very hard for people to watch or consume something that has not in some sense been tailored for them." – Eric Schmidt (Google)

Informationen bestimmen unser Denken, Verhalten, Ansichten ja sogar unser ganzes Weltbild. Seit dem Facebook-Skandal mit Cambridge Analytica (2018) wissen wir, dass politische Entscheidungen (Wahlkampf von Donald Trump) bereits aktiv durch Datenauswertung und anschließender gezielter Bereitstellung von Informationen, beeinflusst werden. Außerdem werden Fake-News von Unternehmen, privaten Personen und der Presse verbreitet, wem sollen wir also noch Glauben schenken?



Informationsflut, Fotoquelle: Wix


Hast Du schon mal von dem Begriff „filter bubbles“ gehört? Wenn wir im Internet suchen oder auf verschiedenen Social Media Plattformen surfen, sehen wir gefilterte Nachrichten – wir bewegen uns in sogenannten „filter bubbles“. Es sind Algorithmen, welche bestimmen was wir sehen oder was eben nicht. Sie stützen sich auf unterschiedlichste Faktoren, wie z. B. Suchverlauf, Standort, Browser, verwendetes Gerät, bereits angesehene Videos und generell bisherige gespeicherte Daten. Alleine Google verwendet über 50 Faktoren für die Personalisierung unserer Anfragen. Unsere Daten werden analysiert und anhand unserer Präferenzen zukünftige Informationen bereitgestellt. Dies ist bereits ein gängiges Konzept und verwenden ebenso Firmen wie Netflix*, Facebook*, Twitter* usw. Doch ist es nicht problematisch, wenn wir nur mehr unsere eigenen Ansichten, politischen Einstellungen und Neigungen nachgehen, und dies ganz unbewusst? Sollten wir nicht eine Balance an Nachrichten angeboten bekommen zwischen angenehmen sowie unangenehmen Themen oder eigenen Ansichten und die von anderen Menschen?


„For too many of us it’s become safer to retreat into our own bubbles, surrounded by people who look like us, share the same political outlook and never challenge our assumptions.” – Barack Obama (2017)

Doch was können wir dagegen tun? Prinzipiell gibt es einige Tipps für die Bewertung von Online-Informationen:


1. Wähle verschiedene Quellen:


Google Alternativen:


Sonstiges:

Mit Webseiten wie nuzzera.de oder allsides.com bekommt man unabhängige Nachrichten bereitgestellt um somit zu anderen Perspektiven zu gelangen oder Fake-News zu entgehen.


2. Ersten Resultate bei Suchmaschinen: Sind nicht immer gleich die Besten, da diese meist nach verschiedensten Kriterien gerankt werden. Weiteres beschäftigen sich viele Firmen mit den SEO-Ranking von Webseiten. Man kann außerdem unterschiedliche Suchstrategien verwenden, welche Dir im nächsten Blogartikel (Nr. 4) vorgestellt werden.


3. Überprüfe Deine Quellen anhand von verschiedenen Fragen:

  • Herausgeber/Autor – Wer ist der Autor? Was sind seine Sichtweisen und Neigungen? Welcher Institution gehört er an und was sind seine Absichten? Gibt es weitere Publikationen, welche glaubwürdig sind?

  • Zweck – Warum wurde die Information erstellt? Wer ist die Zielgruppe? Möchte man Dir etwas verkaufen oder Dich überzeugen?

  • Veröffentlichung & Format – Wo ist es veröffentlicht? Welches Medium wurde gewählt?

  • Relevanz – Wie relevant ist dies für die eigene "Forschung"? Was ist der Umfang?

  • Erscheinungsdatum – Wann wurde der Artikel geschrieben? Wurde er aktualisiert und wann?

  • Dokumentation – Wurden die Quellen zitiert? Wer wurde zitiert und sind diese Quellen glaubwürdig?


Durch diesen Artikel hast Du hoffentlich einen kritischeren Umgang mit Informationen im digitalen Zeitalter gelernt. Falls Du noch Fragen hast oder sonst noch die eine oder andere tolle Webseite kennst, schreibe es in die Kommentare, ich würde mich freuen!


PS: Ich bin Robert, 26 Jahre, studiere Business Administration (MBA) sowie BWL (BA) und darf hier im Businessdschungel als Gastblogger auf pesto.live auftreten. Petra kenne ich von dem MBA-Studium, wir sind sozusagen "Study-Buddys" und wir zwei haben uns gemeinsam durch das Studium geboxt! Vor einigen Jahren fand ich meine Begeisterung zu digitalen Themen und habe mich gerade in eine zusätzliche Lehrveranstaltung am MCI (Management Center Innsbruck) für Digitale Skills eingeschrieben. Daraus möchte ich für Euch die wichtigsten Inhalte teilen und verbreiten. 

Literaturquellen:


Berkeley Libary. (2019). Online: http://guides.lib.berkeley.edu/c.php?g=83917&p=539735 [abgefragt am 11.11.2019]

Burns, A. (2019). It's Not the Technology, Stupid: How the "Echo Chamber" and "Filter Bubble" Metaphors Have Failed Us. Online: https://www.slideshare.net/Snurb/its-not-the-technology-stupid-how-the-echo-chamber-and-filter-bubble-metaphors-have-failed-us

[abgefragt am 11.11.2019]

Pariser, E. (2011). Eli Pariser: Vorsicht vor "Filter-Blasen" im Internet. Online: https://www.youtube.com/watch?v=B8ofWFx525s [abgefragt am 11.11.2019]

Spiegel.de. (2018). Facebook-Skandal. Cambridge Analytica soll Daten bis 2017 gespeichert haben. Online: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-skandal-cambridge-analytica-soll-daten-bis-2017-gespeichert-haben-a-1206479.html [abgefragt am 11.11.2019]


*) Werbung I Namensnennung, unbezahlt.

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