Misserfolg undenkbar - Erfolg garantiert?

Aktualisiert: 10. Jan. 2021

Manchmal ertappen wir uns bei dem Gedanken, ach, wie gerne würde ich dies und jenes tun. Doch dann melden sich plötzlich Zweifel zu Wort: Was ist, wenn ich scheitere? Was tue ich, wenn mein größter Alptraum wahr wird? Was, wenn ich mich bis auf die Knochen blamiere? Könnte ich einen Misserfolg verkraften? Im besten Fall erreichen wir irgendwann unsere persönliche „Schmerzgrenze“, an der wir unsere Zweifel nicht länger ertragen oder ertragen möchten, ein mögliches Scheitern in Kauf nehmen – und endlich unsere Entscheidung treffen. Und das ist gut so, denn nur so begeben wir uns auf unseren persönlichen Weg zum Glück.

Schau auf die Zeichen.

Unsere Gesellschaft wird immer leistungsorientierter und Erfolg spielt eine immer größere Rolle. Gleichzeitig steigt die Angst vor Misserfolgen – Scheitern wird undenkbar. Das geht so weit, dass sich manch einer lieber gar nicht erst entscheidet, um ja nicht zu scheitern. Doch mit der Angst vor dem Misserfolg nimmt man sich die Chance auf Erfolg oder alternativ darauf, an einem (erfolgreich) durchlebten Misserfolg zu wachsen.


Misserfolg – was ist das überhaupt?


Es bedeutet, dass man ein selbst oder von anderen gestecktes Ziel nicht erreicht hat. Und es kratzt meist am Selbstwert, zumindest dann, wenn uns das Erreichen des Ziels persönlich wichtig war.

Wenn wir scheitern, erhält unser Stolz einen Knick. Wir haben den Eindruck, in der Gesellschaft das Gesicht zu verlieren, fühlen uns geschwächt, wie ein Häufchen Elend und dadurch demotiviert, mutlos, angreifbar. Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wirken wir ein paar Jahre älter …



Bedeutung von Erfolg?


Erfolg bedeutet im Umkehrschluss, dass man ein Ziel erreicht hat, und geht meist mit Ansehen, Ruhm einher. Folglich fühlt man sich stark, bestätigt, sicher und hierdurch motiviert, mutig. Man traut sich einfach „alles“ zu. Und es ist praktisch ein wahres Anti-Aging-Mittel: Wir strahlen und sehen (je nach Alter und Lebensstil) viel jünger, #vitaler aus.



Erfolg und Misserfolg begegnen uns in ganz verschiedenen Situationen, beruflich ebenso wie privat:

  1. Abschluss/Abbruch eines wichtigen Projekts

  2. Finanzieller Gewinn/Verlust

  3. Erfolgreiche Gründung eines Start-ups/Insolvenz

  4. Gesundheit/Genesung/Krankheit

  5. Partnerschaft, Verlobung, Heirat / Scheidung / Verwitwung


“Manchmal werden wir im Leben ‚geprüft‘, um zu sehen, ob wir ‚flugtauglich‘ sind ...”

Wenn etwas Zeit vergangen, die Krise durchlebt und gemeistert ist und man sie mit Abstand betrachtet – dann können wir erkennen, dass Misserfolge auch ihr Gutes haben, aus mehreren Gründen.


Zuerst einmal können wir aus unserer Erfahrung lernen, sodass sie uns reicher macht. Ist Dir etwa eine Präsentation misslungen, frage Dich, was könntest Du das nächste Mal besser machen, und bereite Dich künftig intensiver vor.


Voraussetzung dafür ist, dass wir den Grund für unseren Misserfolg erkennen – denn nur dann wissen wir, waswir nächstes Mal anders machen sollten. Oder ob es überhaupt in unserer Hand lag, einen erfolgreichen Ausgang zu beeinflussen. Es ist an uns selbst, genau hinzuschauen, warum etwas nicht wie erwünscht oder erhofft geklappt hat. Empfehlenswert hierfür ist die Methode „Lessons Learned“, die Dir zeigt: Was lief gut, was lief schlecht und was könnte man verbessern? Mit diesem effektiven Wissens- bzw. Projektmanagement-Werkzeug kannst Du Fehler erkennen (ob an Dir selbst, anderen Menschen, Prozessen, Organisationen usw.), Verbesserungspotentiale herausfinden, Best Practices (vgl. Sorge, 2014) definieren – und so durch Deine Erfahrung lernen.